Schullaufbahnempfehlung der Grundschule

RdErl. des MK vom 6.10.2003.-.301-81020 - VORIS 22410

1. Vorbemerkungen

Am Ende des 4. Schuljahrgangs gibt die Grundschule gem. § 6 Abs. 5 NSchG eine Empfehlung für die geeignete weiterführende Schulform ab.

Ziel des Verfahrens zur Schullaufbahnempfehlung ist es, die Erziehungsberechtigten durch umfassende Information und Beratung bei der Entscheidung einer geeigneten weiterführenden Schulform für ihr Kind zu unterstützen. Die Wahl zwischen den weiterführenden Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule ist eine wichtige Entscheidung; die Durchlässigkeit des Schulwesens in Niedersachsen garantiert aber, dass auch in späteren Schuljahrgängen ein Schulformwechsel möglich ist.

2. Informationsveranstaltungen

Im 1. Schulhalbjahr des 4. Schuljahrgangs sind die Erziehungsberechtigten in Veranstaltungen über

- den Bildungsauftrag, die Leistungsanforderungen und Arbeitsweisen der weiterführenden Schulen,
- die Empfehlungskriterien und ihre Anwendung,
- das Verfahren zur Erstellung der Schullaufbahnempfehlung sowie
- die Möglichkeiten eines späteren Schullaufbahnwechsels

zu informieren. Dabei ist im 4. Schuljahrgang umfassend auch darüber zu informieren, welche Abschlüsse und Berechtigungen an den verschiedenen Schulformen erworben werden können und welche Möglichkeiten der Weiterführung es in der gymnasialen Oberstufe sowie in den Bildungsgängen des berufsbildenden Schulwesens gibt.

Die Informationsveranstaltungen werden von der Schulleiterin oder dem Schulleiter der Grundschule durchgeführt; Vertreterinnen oder Vertreter aus den weiterführenden Schulen stellen Bildungsauftrag, Arbeitsweisen, Leistungsanforderungen der Schulformen vor.

3. Schullaufbahnempfehlung

3.1. Grundlagen für die Schullaufbahnempfehlung sind

- der Leistungsstand,
- die Lernentwicklung während der Grundschulzeit,
- das Sozial- und Arbeitsverhalten und
- die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Erziehungsberechtigten.

Der Leistungsstand wird durch die erreichten Noten dokumentiert. Die Schullaufbahnempfehlung soll allerdings nicht allein auf der Errechnung von Notendurchschnittswerten beruhen. Neben den Lernergebnissen sind die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit sowie die den Lernerfolg beeinflussenden äußeren Gegebenheiten zu berücksichtigen.

3.2. Die Zeugniskonferenz zum Ende des 1. Schulhalbjahres des 4. Schuljahrgangs findet bis zum 13. Januar statt. In dieser Zeugniskonferenz erfolgt eine erste Beratung über die voraussichtlich geeignete Schulform für jede Schülerin und jeden Schüler. Das Ergebnis dieser Beratung wird den Erziehungsberechtigten auf einem Formblatt nach dem Muster der Anlage 1 mitgeteilt.

3.3. Im Januar findet auf der Grundlage der Ergebnisse der Halbjahres- Zeugniskonferenzen ein Beratungsgespräch mit den Erziehungsberechtigten statt. Im Mittelpunkt dieser Beratung sollen stehen:

- Informationen über Leistungsstand und Lernentwicklung sowie Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerin oder des Schülers im Zusammenhang mit den Anforderungen der weiterführenden Schulen,
- Informationen über alternative Wege zu dem von den Erziehungsberechtigten gewünschten Schulabschluss,
- Hinweise auf die möglichen Konsequenzen, die sich für die Schülerin oder den Schüler aus der Wahl einer nicht ihren oder seinen Fähigkeiten entsprechenden Schulform ergeben können.
Die Schülerinnen und Schüler sind in geeigneter Form in die Beratungen einzubeziehen. Sie werden zu den Beratungsgesprächen eingeladen.
Nach diesem Gespräch ist die von den Erziehungsberechtigten für ihr Kind gewünschte zukünftige Schule auf einem Formblatt nach dem Muster der Anlage 2 zu erfragen. Der Schulträger ist über die Anzahl der Anmeldungen für die jeweilige Schule zu informieren.

3.4 Die Klassenkonferenz beschließt in der Zeugniskonferenz bis vier, in Ausnahmefällen frühestens sechs Wochen vor Ende des 4. Schuljahrgangs für jede Schülerin und für jeden Schüler eine Schullaufbahnempfehlung.

Für die Schullaufbahnempfehlung ist ein Formblatt nach dem Muster der Anlage 3 zu verwenden. Die Schullaufbahnempfehlung ist den Erziehungsberechtigten mit einem Anschreiben gegen Empfangsbestätigung nach den Mustern der Anlage 4 bekannt zu geben.

3.5 Nach Bekanntgabe der Schullaufbahnempfehlung an die Erziehungsberechtigten ist diesen hinreichend Gelegenheit für ein weiteres Beratungsgespräch zu geben. Das Angebot dieser abschließenden Beratung wird den Erziehungsberechtigten mit der Empfehlung schriftlich mitgeteilt.

4. Inkrafttreten

Dieser Erlass tritt am 6.10.2003 in Kraft.

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